SIXXXTEN melden sich lautstark zurück

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Nach 4 Jahren Existenz der Band (Name übrigens angelehnt an den skandinavischen Jungennamen und nicht an die englische Zahl) und dem von der Presse für sehr gut oder auch für sehr schlecht (dazwischen wenig) befundenen und beim Hamburger Traditionslabel Bitzcore (Turbonegro, Turbo AC´s, ZSK, etc) veröffentlichten Album „Jugend Violencia“ (2009), zahllosen Konzerten und Basisarbeit auf jedem Acker, reichlich dekadenter Pose und über 40000 Myspace-Freunden, die gar keine sind, wurde letzten Winter nun endlich ein neues Werk des Vierers aus Hamburg/Bremen aufgenommen.

Entstanden ist die Platte unter Führung von Gregor Hennig, seines Zeichens Schlagzeuger und Knöpfchendreher der legendären Bremer HipHop/Core Band Saprize und Haus und Hof Produzent vom dahingeschiedenen Hamburger Label L’age-d’or (Lado), sowie diversen Platten von den Sternen, Bernd Begemann, Superpunk, The Robocop Kraus und zahllosen skurrilen Undergroundperlen der goldenen 90er und der Neuzeit.

Wichtig war es dieses Mal, sich nicht aus dem Kosmos „Hamburg“ herauszubewegen. Wichtig war es jedoch auch, etwas zu schaffen, dass nicht bereits im Keim von Hamburger Musikklischees erstickt wird.

Aufgenommen wurde auf ausdrücklichen Wunsch Hennig´s live und analog, um gar nicht erst in die Versuchung des Überproduzierens zu kommen. So entstand in seinem Studio „La Chatelet“ in Hamburg-Altona, zwischen Sofas und Gitarrenamps in Bad und Küche, eine Platte ohne Netz und doppelten Boden. Nicht perfekt eben. Viele Fehler. Viel Gefühl. Welcher Art allerdings ist bisher noch unklar.

Gab es beim Erstlingswerk „Jugend Violencia“ (produziert und geformt von Marc Schettler, Sportfreunde Stiller, etc) noch eine klassische „Wall Of Sound“, unzählige Spuren und Bombast aus allen Ecken, schmückt sich das neue Werk einfach und allein durch eigentlich gar nichts, außer lediglich vielen kleinen liebevollen Details, Raffinessen und Songs, bei denen jeder für sich bereits allein als kleines Kunstwerk steht. Keine perfekt gecutteten Takes, keine Gitarrenwände und trotzdem fett aus jeder Pore. Punkrock? Wen Interessiert´s? Die Band scheinbar nicht. Keine guten Frisuren, keine Indie-Diskos, wenig jugendlicher Konsens.
Es gibt sie natürlich die Gitarren. Aber eben auch Klaviere, Synthies, Elektroschrott und jede Menge verstimmte Momente. – Verzerrt, übersteuert, begehrt, überteuert. –

Das Album sucht zu keinem Moment nach der perfekten Hookline, weder für die Disco, noch für die Strasse. Es kümmert sich wenig um seine Fans. Kein „Schön, dass du da bist“, oder „Wie geht´s Dir?“, nur Momente. Augenblicke. Fragmente.

Textlich düster. Apathisch und doch genau das Gegenteil. Kein Geschrei. Viel mehr ernstgemeinte Ablehnung. Keine Hymnen für das „Wir“ –Gefühl. – sixxxten: 13 / Deutschland: 0.- Wortwitz.

Die Liebe steckt auch hier im Detail. Leidenschaft? Er hat das böse Wort gesagt.
Es ist selten, dass sich eine Band bereits beim 2. Album komplett neu erfindet. Aber nichts ist schlimmer als Stillstand, Mutlosigkeit und Kooperation mit der Gemütlichkeit.

„Automat Supérieur“ jedenfalls ist nicht gemütlich.

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