Aus der Asche, aus dem Staub – das vierte Album von SPORT

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Am 27.01.2012 erscheint bei Strange Ways “Aus der Asche, aus dem Staub”, das vierte Album von SPORT.
Die Hamburger Band, bislang mit Sänger und Gitarrist Felix Müller, Bassist Christian Smukal und Schlagzeuger Martin Boeters als Trio in Erscheinung getreten, wird seit der Tournee zur letzten LP “Unter den Wolken” (2008) durch den zweiten Gitarristen Jan-Eike Michaelis verstärkt.

Das neue Album wurde mit Torsten Otto (Turbostaat, Beatsteaks, Herrenmagazin) aufgenommen und von Tobias Siebert (Sometree, Kettcar, Klez.e) abgemischt.
SPORT präsentieren “Aus der Asche, aus dem Staub” im November vorab bei einigen Auftritten.

Im fünfzehnten Jahr ihres Bestehens legen Sport aus Hamburg ihre vierte Langspielplatte vor. Und es ist mit Sicherheit auch jene bedächtige Taktung, die “Aus der Asche, aus dem Staub” in ihrem so eigenen Charakter, ihrer ganzen Pracht erblühen lässt.

Anders als beim kompakt-rockig eingespielten Vorgänger “Unter den Wolken” wurden die einzelnen Spuren – auch bedingt durch veränderte Lebenssituationen und Umzüge – in den verschiedensten Studios und Proberäumen von Hamburg bis Berlin aufgenommen. Es wurde aufgebaut, geschichtet, austariert und feingeschliffen. Unüberhörbar ist dabei dennoch, wie sich Sport über die Jahre hinweg eingespielt haben. Der einzige Besetzungswechsel, den Felix Müller, Christian Smukal und Martin Boeters über sich ergehen lassen mussten, war der Eintritt von Jan-Eike Michaelis, der zur letzten Tour die Band vom ewigen Trio zum Quartett erweiterte.

“Aus der Asche, aus dem Staub” ist ein vielfältiges, dynamisches Album geworden, dessen Songs in verschiedenste Richtungen weisen. Es gibt melancholische Arrangements, die den Hang zum Hymnischen nicht verhehlen, niemals aber in rockistischer Hybris oder kitschverklebtem Pathos verenden. Wann immer es nötig ist, werden – wie z. B. in “Der Tod singt den Blues” – aber auch die schwereren Gitarrengeschütze aus dem Schuppen geschoben. Mitunter ziehen Sport das Tempo weiter an denn je, so beim treibenden Eröffnungsstück “Wer führt dein Leben” oder dem Punk-lastigen “Sattelt die Hühner, wir reiten nach El Paso”.

Doch auch in die entgegengesetze Richtung wird weitergedacht. So entfaltet das ruhig und fragil beginnende “Dünnes Eis” mit der Gastsängerin Masha Qrella und Simon Frontzek am Piano im Verlauf des Stückes geradezu epische Kraft. Die flächigen Gitarrensounds und räumlich-atmosphärischen Texturen, stets getragen von der uhrwerkgenauen, feinsinnig akzentuierten Rhythmusgruppe, sie ziehen sich prägend durch die ganze Platte. Am weitesten in diese Richtung weist wohl “Eldorado ruft uns”, dessen freistehende Akkorde die besungene Ferne mit wüstenrockiger Anmutung herbeirufen. Es dürfte dabei eines der ungewöhnlichsten Stücke des Albums sein, frisst sich aber ebenso schamlos ins Gebälk wie der Rest.

Auffällig ist die textliche Ausrichtung von “Aus der Asche, aus dem Staub” – der Titel ist programmatisch für den thematischen Überbau Kaum ein Stück kommt ohne die vielschichtige Vokabel “Leben” aus, jenem Phänomen, dem man ja nun gegenüberstehen kann, wie man möchte – man kommt Zeit seines Daseins nunmal nicht ohne es aus. Man kann sich mit einem solchen konzeptuellen Rahmen durchaus schnell verzetteln oder verheben, doch Müller gibt eher den beruhigten Beobachter, nicht den enttäuschten oder entgeisterten Kommentator. Wie eindringlich sich das Album mit den Verschiebungen und der nie enden wollenden Wirrsal des Älterwerdens beschäftigt, wird beispielsweise bei “Wir wollten nur mal hören” deutlich, dem meines Wissens ersten Stück der Musikgeschichte, das sich mit der seltsamen Situation auseinandersetzt, im Verhältnis zu den eigenen Eltern mehr und mehr die gestaltende Rolle spielen zu müssen. Weggehen, Weitermachen, Bleiben, Gehen – sicher auch von der eigenen Entwicklung geprägt behandelt jeder Text existenzielle Fragen, doch gepredigt oder belehrt wird kein einziges Mal.

Sind die letzten Akkorde von “Den Fluss hinab”, jener tiefmelancholischen und dennoch nicht ansatzweise angestrengt wirkenden Abschlussnummer verklungen, bleibt ein gewichtiges und dennoch ungemein poppiges Album, oft dunkel und doch funkelnd und glänzend, das durchaus seinesgleichen sucht.
(Rasmus Engler)

Live zu sehen am:
19.11. Berlin – Comet
20.11. Hamburg – Große Freiheit w/Jupiter Jones

http://www.diegruppesport.de/

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