This Boy Is All Twisted Up Inside – Schimmy Yaw

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Zu Beginn des vergangenen Jahres erschien in sehr kleiner Auflage ein außergewöhnliches Werk eines außergewöhnlichen jungen Herrn. Das handgefertigte und deshalb streng limitierte Album fand unerwartet, aber durchaus zu Recht, die Aufmerksamkeit der landesweiten Medien.

Kaum sagt Thees Uhlmann im Montagsdemo beim Zündfunk etwa: „10 Punkte gibt’s nur für Jesus also bekommt Schimmy Yaw von mir 9.“ legen die Nürnberger Nachrichten in ihrem Vorbericht zum Bardentreffen nach und bezeichnen ihn gar als Elektro-Messias mit viel Gefühl. Von on3 zur Band der Woche in der ersten Märzwoche gekürt, darf er auch bald auf Südwild im Fernsehen debütieren. Und so wurde Schimmy Yaw nicht nur für eigenständige Musik bekannt, sondern auch zum Botschafter von Fat Orange, dem Fürther Musiker- und Künstler-Kollektiv, dem er entstammt. Und auch Omaha-Records, dem kleinen Singer/Songwriter und LoFi Netlabel aus Hamburg, mit dem er seine ersten Erfahrungen als Musiker und Netzwerker sammelte, ist er treu geblieben.

Schimmy Yaw wuchs und gedieh in diesem nun schon vergangenen Jahr, was er jetzt mit „This Boy Is All Twisted Up Inside“ und den 11 darauf enthaltenen Songs unter Beweis stellt. Zwar lässt er es sich noch immer nicht nehmen für beinahe jede Aufnahme trotz defizitärer Virtuosität selbst zum Instrument – ob Bass, Gitarre, Ukulele, Schlagzeug oder gar Violine – zu
greifen aber eben das war ja schon immer ein Anliegen des verwegenen Herrn: zu zeigen, dass die Idee dahinter weit mehr zählt als das sich immerzu in den Vordergrund spielende Können – zumal die moderne Welt ihm, weitsichtig wie eh und je, leistungsstarke Sequencer zur Verfügung stellt mit Scheren ausgestattet, denen keine aufgenommene Spur, gewachsen ist…

Aber nicht nur die Songs sind eindringlicher, eigentümlicher und eindeutiger als zuvor, die Liveperformance bildet diese auch noch eindrucksvoller ab. Aus dem Maschienenflüsterer ist, zumindest Live, ein Duo geworden, das nicht nur Sampler, Glockenspiel und die außergewöhnliche, warme Stimme des jungen Herrn Yaw gekonnt einsetzt, sondern nun die Bandbreite des Instrumentariums auf der Bühne um Gitarre sowie diverse Schlaginstrumente erweitert.

Und auch dem Licht kommt eine viel tragendere Rolle zu. Das quasi 3. Bandmitglied, ebenfalls dem Schoße von Fat Orange entsprungen, lässt das Kopfkino Wirklichkeit werden. So schneidert der gelernte Veranstaltungstechniker den beiden Akteuren auf der Bühne ein visuelles Konzept auf den Leib, das man gesehen haben muss.

Anders als der Vorgänger wird „This Boy Is All Twisted Up Inside“ als gepresste CD zunächst in kleiner Auflage erscheinen. Diesmal jedoch mit Booklet, welches Aufschluss über den Grad der Verworrenheit des Texterhirns gibt. Die komplette Gestaltung und Idee übernimmt einmal mehr Marcus Zoller, Student an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg.

Interview Schimmy Yaw

Schimmy Yaw bei Facebook

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Fat orange – www.fatorange.de


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